Ein Notgroschen schützt dich vor unangenehmen Überraschungen: eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur oder ein paar Monate ohne Einkommen. Doch wie viel ist genug, und ab wann liegt zu viel Geld ungenutzt auf dem Konto? Hier findest du Faustregeln und ein Rechenbeispiel.

Wie hoch sollte dein Notgroschen sein?

Eine verbreitete Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Das ist eine Orientierung, keine feste Größe. Mehr Reserve ist sinnvoll, wenn du selbstständig bist, Alleinverdiener in der Familie bist, ein schwankendes Einkommen hast oder eine Immobilie besitzt, bei der Reparaturen anfallen können. Dann sind auch sechs bis zwölf Monatsausgaben nicht übertrieben.

Schritt für Schritt berechnen

  • Monatliche Ausgaben ermitteln: Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität und weitere feste Kosten.
  • Reserve festlegen: Monatsausgaben × Anzahl der Monate, die zu deiner Situation passt.
  • Geplante Ausgaben getrennt einplanen: Ein neues Auto oder eine geplante Renovierung gehören nicht in den Notgroschen, sondern in eine eigene Rücklage.

Ein Rechenbeispiel

Deine monatlichen Ausgaben liegen bei 2.800 €. Bei vier Monaten Reserve ergibt sich ein Notgroschen von 11.200 €. Zusätzlich planst du in einem Jahr ein Auto für 8.000 €. Auf deinen Konten liegen insgesamt 57.200 €. Nach Abzug von Reserve und geplanter Ausgabe bleiben 38.000 €, die keinem konkreten Ziel zugeordnet sind.

Wo der Notgroschen hingehört

Der Notgroschen muss schnell verfügbar und sicher sein. Geeignet ist ein Tagesgeldkonto. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung in der EU bis 100.000 € pro Person und Bank geschützt. Aktien oder ETFs eignen sich nicht, weil du sie in einem Notfall womöglich gerade zu einem schlechten Kurs verkaufen müsstest.

Wenn zu viel Geld auf dem Konto liegt

Liquidität kostet Kaufkraft, wenn die Zinsen unter der Inflationsrate liegen. Ein hoher Kontostand ist aber nicht automatisch ein Fehler: Wer in Kürze eine Immobilie kaufen möchte, braucht genau dieses Geld. Entscheidend ist, dass jeder Betrag einem Zweck zugeordnet ist. Was mit freiem Kapital sinnvoll sein kann, hängt von deinen Zielen ab. Anregungen findest du im Beitrag Vermögensaufbau mit 40.

Deine Reserve im Gesamtbild

Der Notgroschen ist der erste Baustein deiner finanziellen Meilensteine. Im Vermögensnavigator hinterlegst du deine Reserve und geplante Ausgaben. Daraus soll er erkennen, ob Geld ohne Zweck auf dem Konto liegt, und dir einen passenden Prüfhinweis geben. Wie die Liquidität in dein Nettovermögen einfließt, zeigt unser Grundlagenbeitrag.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Stand: Oktober 2026.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert