Die meisten Menschen kennen ihren Kontostand. Ihr Nettovermögen kennen die wenigsten. Dabei ist es die eine Zahl, die zeigt, wo du finanziell wirklich stehst. Warum du dein Nettovermögen kennen solltest, erklären wir in einem eigenen Beitrag. In diesem Beitrag erfährst du, wie du dein Nettovermögen berechnen kannst, welche Werte dazugehören und welche Fehler du vermeiden solltest.
Was ist das Nettovermögen?
Das Nettovermögen ist alles, was du besitzt, abzüglich aller Schulden. Die Formel ist einfach: Nettovermögen = Vermögenswerte − Verbindlichkeiten. Anders als das Einkommen zeigt es nicht, wie viel Geld hereinkommt, sondern was davon langfristig übrig bleibt.
Schritt 1: Alle Vermögenswerte erfassen
- Konten: Girokonto, Tagesgeld und Festgeld mit dem aktuellen Kontostand.
- Wertpapiere: Aktien, ETFs und Fonds zum aktuellen Kurswert laut Depot.
- Immobilien: der heutige Marktwert, nicht der Kaufpreis. Orientierung geben Vergleichsangebote und der Immobilienmarktbericht des örtlichen Gutachterausschusses.
- Sachwerte: Gold, Silber und andere Edelmetalle sowie wertstabile Uhren. Wie du sie realistisch ansetzt, erklären wir im Beitrag Sachwerte erfassen.
- Beteiligungen und Vorsorge: Firmenanteile sowie Rückkaufswerte von Versicherungen. Mehr dazu in Altersvorsorge und Firmenbeteiligungen.
Schritt 2: Alle Verbindlichkeiten abziehen
Dazu gehören die Restschuld deiner Immobilienfinanzierung laut aktuellem Darlehenskontoauszug, Ratenkredite, ein genutzter Dispokredit und offene Kreditkartenbeträge. Wichtig ist immer die aktuelle Restschuld, nicht die ursprüngliche Darlehenssumme.
Schritt 3: Nettovermögen berechnen – ein Beispiel
- Konten: 42.300 €
- Wertpapiere: 96.400 €
- Immobilie (Schätzung): 268.000 €
- Edelmetalle: 18.120 €
- Kredite: −77.000 €
Daraus ergibt sich ein Nettovermögen von 347.820 €. Interessant wird die Zahl vor allem im Zeitverlauf: Steigt sie, weil du tilgst und sparst, oder nur, weil Kurse gerade gut laufen?
Schritt 4: Regelmäßig wiederholen
Eine einmalige Berechnung ist ein guter Anfang. Aussagekräftig wird das Nettovermögen erst, wenn du es regelmäßig aktualisierst, zum Beispiel monatlich oder quartalsweise. So erkennst du, ob du dich deinen finanziellen Meilensteinen näherst und ob zu viel Geld ungenutzt auf dem Konto liegt. Wie viel Reserve sinnvoll ist, liest du im Beitrag zum Notgroschen.
Typische Fehler beim Berechnen
- Die Immobilie mit dem Kaufpreis statt mit dem heutigen Wert ansetzen.
- Die Restschuld vergessen oder die ursprüngliche Kreditsumme abziehen.
- Gesetzliche Rentenansprüche einrechnen. Sie sind wichtig, aber kein verfügbares Vermögen und gehören in die separate Betrachtung deiner Altersvorsorge.
- Werte doppelt zählen, etwa ein Tagesgeldkonto, das auch im Depot erscheint.
Dein Nettovermögen automatisch im Blick
Genau dafür entwickeln wir den Vermögensnavigator: Du erfasst Konten, Depot, Immobilien, Gold und Kredite einmal, Kurse für Wertpapiere und Edelmetalle laufen automatisch mit. Jeder Wert zeigt, wie aktuell er ist und ob er geschätzt wurde. So siehst du dein Nettovermögen und seine Entwicklung jederzeit, ohne Tabellenpflege.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Stand: Oktober 2026.

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